Wie Musizieren jenseits der Noten erfahrbar wird
Die Filmdoku “Dirigenten – Jede Bewegung zählt!” (Berliner Morgenpost)

 

So eine emanzipierte Salome hat man selten gesehen
“Salome” war im Jahr 1905 ein echter Skandal. Regisseur Guth inszeniert Strauss’ Musikdrama in Berlin als Parabel eines Missbrauchs (Berliner Morgenpost)

 

“Der Dirigent muss nur die Regeln kennen”
Interview mit Roger Norrington (concerti)

 

Wenn sich eitle Theaterleute auf offener Bühne streiten
“Ariadne auf Naxos”, inszeniert von Hans Neuenfels an der Staatsoper im Schillertheater (Berliner Morgenpost)

 

Hinweis
Liebe Leser, aus Kapazitätsgründen können zur Zeit keine exklusiven Kritiken auf diesem Blog erscheinen. Die Posts ab sofort verweisen auf meine Konzert- und Opernkritiken in der Berliner Morgenpost. Weitere musikjournalistische Arbeiten von mir hören Sie wie bisher auf Deutschlandradio Kultur, Deutschlandfunk, SWR 2, WDR 3 sowie anderen ARD-Hörfunksender. Print-Interviews und Beiträge von mir lesen Sie u. a. im Klassik-Magazin Concerti.

 

Bruckners Achte ist ein Koloss. Herbert Blomstedt nimmt ihn bei den Philharmonikern mit leichter Hand
Es gehört schon einiges dazu, um als Dirigent Bruckners Achte Sinfonie, diese in so vielen Bedeutungen des Wortes „schwere“ Musik, mit einem solch leichten, freundlichen Wink einzuleiten: Das kann Tollkühnheit oder Frivolität sein. Bei dem alten Herbert Blomstedt, bei den Berliner Philharmonikern… mehr…

 

 

Perfektion kann so langweilig sein! Die Blechtruppe “World Brass” bietet mehr – nun seit 20 Jahren
Dmitri Schostaktowitschs „Jazz-Suite“? Da müsste dann doch jener Walzer erklingen, der auf allen U-Bahnhöfen dieser Welt von Akkordeonisten, Gitarristen, Maultrommlern und Panflötisten zuverlässig durchgenudelt wird. Und richtig: Die vierte Nummer… mehr…

 

 

Debüt im Deutschlandradio: Die ukrainische Geigerin Diana Tishchenko spielt Schostakowitsch, als wäre er ihr Großvater
Die Musiker, die in der Reihe „Debüt im Deutschlandradio Kultur“ regelmäßig in der Philharmonie auftreten, sind jung – oft sehr jung. Nicht selten haben die Verantwortlichen dieser Reihe mit den gekürten Interpreten ein gutes Händchen bewiesen, haben Solisten ausgewählt, die hernach tatsächlich… mehr…

 

 

Die Preisträger des Grand Prix “Emanuel Feuermann” überzeugen keineswegs durch auftrumpfende Cello-Töne
Uzi Wiesel, Vorsitzender der Jury, gibt den Preisträgern des Cello-Grand-Prix „Emanuel Feuermann“ seine Erfahrung mit auf den Weg: „Sie können glauben, dass Sie schneller oder lauter spielen können als alle anderen – es wird irgendwo immer noch einen geben,… mehr…

 

 

Alison Balsom sucht nach dem Klangideal für eine weiblich konnotierte Trompete. Ein Experiment mit offenem Ausgang
Ohne Dirigenten spielt das Kammerorchester Festival Strings Luzern an diesem Abend im Konzerthaus. Das ist ungewöhnlich, zumal das immerhin 20-köpfige Ensemble durch etliche Bläser ergänzt wird. Musikalisch gesehen bekommt man schnell heraus, warum es so gut… mehr…

 

 

Das Ensemble der Deutschen Oper zeigt Brittens “Schändung der Lucretia” in einer recht umstandslosen Inszenierung
Der Schluss kann heute, so wie er gemeint ist, einfach nicht mehr überzeugen. Britten ist zuvor über die Länge einer zweiaktigen Oper der bekannten Sage von der schönen römischen Edeldame Lucretia gefolgt, die von dem etruskischen Fürstensohn Tarquinius Superbus vergewaltigt wird und sich daraufhin… mehr…

 

 

Marek Janowski dirigiert beim RSB mit Beethoven und Hartmann die An- und die Abwesenheit von Menschlichkeit
Janowski ist als langjährigem Chefdirigenten des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin der Zwang zur Originalität außerhalb der Musik selbst spürbar zuwider. Es ist zwar wohl der gleichmäßigen Länge der beiden Konzerthälften geschuldet, aber es wirkt fast wie ein kleiner ironischer Tritt… mehr…

 

 

Festkonzert zum Mauerfall: Die Philharmoniker spielen für die Historiker und die Touristen, jedenfalls umwerfend
Selbst die vier US-Touristen, die das Konzert zum Mauerfall ganz offensichtlich nicht als Aufführung klassischer Musik, vielleicht noch ein bisschen als nationale Festveranstaltung eines fernen Landes, ganz sicher aber hauptsächlich als ethnologische Europa-Studie… mehr…

 

 

Unbekannt, aber mit einer Paraderolle für Edita Gruberova: Donizettis “Roberto Devereux” konzertant an der Deutschen Oper
Als Edita Gruberova nach etwa zwanzig Minuten des „Roberto Devereux“ das Podium der Philharmonie betritt, geht ein minimales anerkennendes Raunen durch den Saal. Dieses gilt nicht zuletzt der Tatsache, dass die berühmte Koloratursopranistin in der Personage dieser selten gespielten Donizetti-Oper… mehr…

 

 

Unbotmäßige Sowjetkomponisten werden im Konzerthaus gespielt – samt ihrer subversiven musikalischen Geheimsprachen
Der Saison-Schwerpunkt bei Komponisten der Sowjetunion fordert dem Konzerthausorchester einiges ab. Das ist wohl gewollt, und vom Klangkörper – man hörte es kürzlich in der souveränen Aufführung der höllisch schwierigen vierten Schostakowitsch-Symphonie – ist es auch gekonnt. Nun steht Sergej Prokofiews Fünfte… mehr…

 

 

Die Streicher-Ausstellung “Klanggestalten” überrascht nicht nur durch ihre Instrumente, sondern auch mit der Art, sie vorzustellen
Achtzehn Streichinstrumente der jeweils gleichen Gattung – Geige, Bratsche oder Cello – liegen auf der Bühne des Radialsystems auf Tischen, welche mit blauem Samt ausgelegt sind. Die Instrumente sind nagelneu, der Geruch von frischem Lack füllt den dämmrig beleuchteten Raum… mehr…

 

 

Haydns “Schöpfung”, gesungen von einem Knabenchor? Es gibt keine bessere Idee – wenn der Chor exzellent ist
Im Mittelpunkt des Konzerts soll natürlich der Kreuzchor selbst stehen – jener aus einer mittelalterlichen Lateinschule an der Dresdner „capella sanctae crucis“, der heutigen Kreuzkirche hervorgegangene legendäre Knabenchor. Dirigent des Abends im Konzerthaus ist der langjährige Leiter des Chores, der Kreuzkantor Roderich Kreile… mehr…

 

 

Cecilia Bartoli erteilt Berlin die Ehre, ihr neues Programm “St. Petersburg” zuallererst hier vorzustellen
Das Konzerthaus ist zum Bersten voll, denn es gibt wirklich etwas Besonderes zu hören, und auch ein bisschen etwas Exklusives. Mit Wohlwollen hat sicherlich so mancher Berliner Gesangsfan zur Kenntnis genommen, dass die Sopranistin Cecilia Bartoli die Tournee… mehr…

 

 

 

Mit dem Solisten Arkadi Volodos sowie der 4. Symphonie von Schostakowitsch setzt das Konzerthaus ein starkes Zeichen
Der erste Auftritt im Konzerthaus nach der verlängerten Sommer-Schließzeit gehörte dem Pianisten Arcadi Volodos. Der 1972 geborene Solist firmiert am Gendarmenmarkt als Artist in Resicence der nun beginnenden Saison 2014/15. Sowohl der Solist als auch das Programm… mehr…

 

 

Die Deutsche Oper setzt mit der Meyerbeer-Ausgrabung “Dinorah” zu Beginn ihrer hauslosen Saison einen gewichtigen Akzent
Giacomo Meyerbeer sollte, neben Richard Strauss, der Komponist des Jahres 2014 sein – zumal in Berlin. Seine große Karriere erlebte der erfolgreichste Opernkomponist des 19. Jahrhunderts zwar in der Hauptstadt… mehr…

 

 

Die Junge Deutsche Philharmonie beweist mit Debussy, Lutoslawski, Sánchez-Verdú, Strauss erneut ihre erstaunlichen Fähigkeiten
Es war in der Philharmonie das Abschiedskonzert von Lothar Zagrosek in seiner Funktion als Erster Gastdirigent und Künstlerischer Berater des Orchesters. Es besteht kein Zweifel, dass die Musikstudierenden und die Anwärter auf Positionen in großen Klangkörpern,… mehr…

 

 

“Debüt im Deutschlandradio” erzählt gemeinsam mit dem Vokalensemble “La Lira di Orfeo” von einem politisch bedeutsamen Kastraten
Es ist beachtlich, was der Countertenor Raffaele Pè an diesem Abend im Kammermusiksaal der Philharmonie leistet. Als Gründer und Leiter des italienischen Barockensembles „La lira di Orfeo“ singt er… mehr…

 

 

Rattle und die Philharmoniker flankieren ihren vollmundig angekündigten Label-Start mit einem Schumann-Brahms-Zyklus
In Johannes Brahms’ Vierter Symphonie, die in der Philharmonie nach der Pause erklingt, haben die Berliner Philharmoniker unter Sir Simon Rattle ihre innere Balance zu hundert Prozent wiedererlangt – jenes künstlerische Geschick,… mehr…

 

 

Die junge US-Mezzosopranistin Jazimina Mac Neil zeigt nicht nur Stimme, sondern auch darstellerisches Talent
Das Programm der amerikanischen Mezzosopranistin Jazimina MacNeil mit zu Kunst geronnenen Volksliedern der Romantik und frühen Moderne ist vordergründig eine leicht zu konsumierende Sache. Doch es ist anspruchsvoll, die von den Komponisten sublimierte, immer wechselnde Beziehung von Text und Melodie… mehr…

 

Helmut Deutsch ist sicher zu mehr Nuancen fähig – die Große Sauer-Orgel ist aber auch zum schieren Dröhnen gut
Zum neunten Mal findet in diesem Jahr der Internationale Orgelsommer an der Großen Sauer-Orgel des Berliner Doms statt. Für denjenigen, der dessen Atmosphäre nicht als selbstverständlich verinnerlicht hat… mehr…

 

 

Die Geigerin Liya Yakupova bleibt in ihrem Spiel ganz bei sich und der Musik
Es sind junge Menschen, die in den traditionellen Sommermatineen im Musikinstrumenten-Museum auftreten. Für diese Musiker  hat die Gotthard-Schierse-Stiftung vor nunmehr 40 Jahren die Kammermusik-Reihe ins Leben gerufen… mehr…

 

 

Von brillant getunten Stimmbändern hat auf Dauer niemand was – Rolando Villazón bietet bei seiner Mozart-Tour anderes
Wie bei kaum einem anderen Sänger sind die Stimmbänder von Rolando Villazón Gegenstand allgemeiner Spekulation. Auf unsere Gesellschaft, die der Kulturtechnik des Kunstgesangs immer fremder gegenübersteht… mehr…

 

 

Philharmonie “Late Night”: Simon Rattle zollt dem verehrten Hans Werner Henze seinen Tribut mit dem instrumentalen Requiem
Neue Musik eines alten, strengen Avantgardisten, für zweitausend Menschen atttraktiv gemacht durch die originelle Uhrzeit halb elf – warum nicht? Doch Vorsicht… mehr…

 

 

Mit “Shiva for Anne” legt Mela Meierhans den letzten Teil ihrer “Jenseits-Trilogie” vor
Von den drei Musiktheater-Produktionen, die zur Eröffnung der MaerzMusik in Folge gezeigt wurden, ist „Shiva for Anne“ sicherlich die dichteste, vielschichtigste – und diejenige, welche die Bezeichnung „neues Musiktheater“ mit dem größten Recht trägt. Acht Sängerinnen und Sänger stehen zunächst … mehr…

 

MaerzMusik 2014 findet, Schumann gehört auch zur aktuellen Musik – und lädt die Ostiroler Musicbanda Franui ein
Wenn die erste Musiktheater-Aufführung von MaerzMusik, „Schau lange in den dunklen Himmel“, nicht ein Ton von Musik des 21. Jahrhunderts erklingt, dann muss der Festivalleitung wohl eine andere Aktualität unter den Nägeln brennen… mehr…

 

Um für “Rein Gold” so richtig trashig zu werden, muss die Staatsoper nicht die Staatskapelle abschaffen – im Gegenteil
Elfriede Jelineks Schrift „Rein Gold“ ist atemlos, weitgehend ohne Absätze geschrieben. Es gibt viel dramatisch Reizvolles daran, doch um es für die Bühne tauglich zu machen, muss das Bühnenmäßige daran … mehr…

 

Robert Wilson kennt man in Berlin bestens – sein Opus magnum erst seit Montag
Lichte Szenerie, ewig kreisende Orgelklänge, feierlich vor und zurückschreitende Menschen wie bei einer Kulthandlung für eine Religion, die bisher noch nicht erfunden wurde: Bei „Einstein on the Beach“ von Robert Wilson , Philip Glass und Lucinda Childs handelt es sich durchaus nicht… mehr…

 

Oh 19. Jahrhundert, du fremde Vertraute: “La damnation de Faust” an der Deutschen Oper
Der symphonisch dahinfließende Duktus von Hector Berlioz’ „La damnation de Faust“ ist nicht das, was Deutsche sich heute gemeinhin unter Musiktheater, unter musikalischer Dramatik vorstellen. Zu sehr spukt… mehr…

 

Neuer Wein, alte Schläuche: Rattle dirigiert Uraufführung von Georg Friedrich Haas
Wer sich in solchen Uraufführungen immer mal wieder wundert, wie der altmodische Kulturapparat „Symphonieorchester“ noch neu erfundene Kunst zum Klingen bringen soll – Kunst, die auch tatsächlich als auf unsere schnell rotierende Welt zugeschnitten empfunden… mehr…

 

Das Ensemble Florilegium spielt im Konzerthaus Barockmusik aus Bolivien
Beim Festival Südamerika hat die britische Alte-Musik-Truppe extra jene bolivianischen Kollegen einfliegen lassen, die die geistliche Musiktradition seit dem 18. Jahrhundert nahezu ungebrochen fortschreiben. mehr…

 

Martin Helmchen, ein unauffälliger Pianist der Extraklasse und Meister der inspirierten Gründlichkeit, spielte im Konzerthaus 
Dieser Prophet gilt im eigenen Lande nicht nichts, jedoch offenbar nicht genug für den großen Saal des Konzerthauses mitten in der Woche: Der Pianist Martin Helmchen, einst Schüler des Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Gymnasiums, ist einer der jungen Berliner Musiker von Weltruf… mehr…

 

Simon Rattle kann der Staatskapelle in “Katja Kabanowa” noch einiges jenseits der Barenboimschen Klangpalette entlocken
Sicherlich ist Simon Rattle kein Dirigent, der in der Oper noch dezidiert Karriere machen will. Er dirigiert die Stücke, für die er sich eben interes-siert, und dass Leoš Janáčeks Opern dazugehören, ist keine Überraschung. Sie gehören… mehr…

 

Barrie Koskys Ensemble der Komischen Oper kann einer unbekannten Operette konzertant zur Unsterblichkeit verhelfen
Von wieviel Feuer die derzeitige Begeisterung von Barrie Koskys Komischer Oper für das Operetten-Genre innerlich gewärmt wird, das kann man vielleicht nirgends besser sehen als in Emmerich Kálmáns Operette „Die Herzogin von Chicago“. mehr…

 

Es gibt alte Neue Musik und neue Neue Musik. Das ist banal, aber nirgendwo so sinnfällig wie beim Zafraan Ensemble
„Umbrüche ins Offene“ hat das Zafraan-Ensemble sein Konzert genannt, „Neue Musik 1913 und heute“. Das erinnert daran, dass das „Altern der Neuen Musik“, wie es Adorno im Jahr 1954 konstatierte,… mehr…

 

Familienhölle: Kent Nagano und das Ensemble Modern mit einer Neufassung von Bernsteins spätem Meisterwerk “A Quiet Place”
Jahrzehntelang trug sich Leonard Bernstein mit dem Gedanken, seinem Ehedrama „Trouble in Tahiti“ eine Fortsetzung zu verpassen. Die trügerische Vorstadt-Idylle war Bernsteins persönliche Abrechnung mit dem American Dream gewesen.  mehr…

 

 

Jamie Bernstein produziert sich nicht als Lennies Stellvertreterin auf Erden. Als Konzertmoderatorin ist sie es deshalb um so mehr
Die Berechtigung einer Hommage an Leonard Bernstein wird immer deutlicher. Natürlich zweifelt niemand daran, dass Bernstein eine der großen Lichtgestalten für die klassische Musik des 20. Jahrhunderts war. Doch je ferner sein Todesjahr 1990 zeitlich rückt, desto mehr gerinnt… mehr…

 

Leonard Bernstein, als Dirigent vergöttert, als Komponist unterschätzt. Das Konzerthaus erinnert an einen, der in seinen Mauern 1989 als Zeitenwende-Tourist auftrat
Einen vor mehr als zwei Jahrzehnten gestorbenen Musiker nahezu leibhaftig anwesend werden zu lassen, das geht wohl tatsächlich mit niemandem besser als mit Leonard Bernstein. Das Konzerthaus, das nun seine „Hommage an Leonard Bernstein“ mit Iván Fischer eröffnete, widmet sich da einer dankbaren Aufgabe. Das Schauspiel- beziehungsweise Konzerthaus… mehr…

 

Auch eine Feier der Philharmonie und ihrer Grenzen? Simon Rattle dirigiert nochmal Schönbergs Gurrelieder
Schon lange war dieses Konzert der Berliner Philharmoniker ausverkauft. Arnold Schönbergs Riesen-Oratorium „Gurrelieder“ eilt immer ein wenig der Ruf voraus, dass man es wohl so schnell nicht wieder hören können wird – obwohl das zumindest in Berlin, verglichen mit anderen zugleich berühmten und vergessenen Orchesterwerken, gar nicht stimmt… mehr…

 

Die Musiktheater-Truppe Novoflot reaktiviert an 5 Orten die legendäre Futuristen-Oper “Der Sieg über die Sonne” von 1913
Bunt und laut muss es zugegangen sein 1913 in St. Petersburg bei der ersten und einzigen Aufführung von „Der Sieg über die Sonne“, geschrieben von einem Kollektiv junger russischer Futuristen. Erzählt wurde das Märchen von der Gefangennahme der Sonne durch unsterbliche Kraftmenschen und dem Anbruch einer neuen dunklen Zeit. mehr…

 

Die Zeitgenössische Oper inszeniert einen Schädel – und gibt dabei Rätsel auf, die es zu lösen nicht lohnt
Seit 16 Jahren gibt es die Zeitgenössische Oper Berlin. Ihr Leiter Andreas Rochholl ist ein streitbarer Mann, der, wenn nicht mit künstlerischen Inhalten, so doch mit umfassenden Forderungen bezüglich der deutschen Kulturpolitik auffällt. Die Premiere der neuesten Produktion… mehr…

 

Cornelius Meister erweist sich auch bei seinem zweiten DSO-Dirigat als Dirigent auf der Höhe der Zeit
Der 33-jährige Dirigent Cornelius Meister gehört einer jungen und bedächtigen deutschen Musikergeneration an. Interpreten wie er, aber auch der junge polnische Pianist des Abends Rafał Blechacz haben es von der Pike auf gelernt, mit professioneller Weitsicht eine dünner werdende Kulturlandschaft zu pflegen… mehr…

 

Kann das Festival Move Op! in der Neuköllner Oper die Euro-Krise musikalisch verarbeiten? Versucht es dies überhaupt? Zweifel bleiben
In anderen europäischen Ländern ist eine politische Relevanz von Oper, ist die Artikulation von gesellschaftlichen Problemen im Gewand dieser teuersten, aufwändigsten und zu politischer Repräsentation so gut zu (miss-) brauchenden Kunstform meist völlig ausgeschlossen… mehr…

 

Florestan, verscharrt im Freischwimmerbecken: Im Stadtbad Steglitz ist ein dicht inszenierter “Fidelio” zu sehen (bis 1. September)
Werke der Opernliteratur offenbaren das Innerste ihres Charakters am besten dann, wenn man sie des Mantels repräsentativer Hochkultur völlig entkleidet, wenn man den ganzen angeblich nötigen Apparat zu ihrer Aufführung samt symphonisch besetztem Orchester, schwerem Samtvorhang,  Pausensekt… mehr…

 

Anna Caterina Antonaccis Paradestück ist Berlioz’ selten gespielter “Mort de Cléopatre” – zumindest scheint es im Konzert des DSO so
Der 39-jährige Dirigent Edward Gardner, der am Freitag sein Debüt beim Deutschen Symphonie-Orchester in der Philharmonie gab, versteht sein Handwerk nicht als Versuch der Einfühlung in ein Kunstwerk, sondern als Kunst des technischen Organisation dieses Kunstwerks – zu dem Zweck, dass das Publikum sich einfühlen kann… mehr…

Ein frisches konservatives Programm: Das DSO mit Kent Nagano führt die Erträge seiner Tournee noch einmal in Berlin vor
Für Nagano, den einstigen Chefdirigenten des DSO bietet sich im Vorfeld dieses eigentlich konservativen Programm (Richard Strauss und Johannes Brahms) an diesem Abend gleich einmal die Gelegenheit, bescheiden darauf hinzuweisen, dass der Name Nagano eigentlich auch für ein anderes Repertoire steht… mehr…

 

Am Gendarmenmarkt wohnte einst Søren Kierkegaard – für das Konzerthaus Grund genug für ein Themenkonzert
Søren Kierkegaard, der große dänische Denker und diesjährige Jubilar, interessierte sich nicht besonders für Kunst – mit Ausnahme der Musik. Er ging in die Königliche Oper von Kopenhagen, seine blitzgescheiten, skizzenhaft aufgezeichneten Gedanken über Stücke wie Mozarts „Don Giovanni“ sind Legende. mehr…

 

Das Dirigentenforum ist eine gute Sache, aber die Preisshow großer Blödsinn
Es hat wahrlich schon mitreißendere Finali des Deutschen Dirigentenpreises im Konzerthaus am Gendarmenmarkt gegeben. Allerdings ist die Konstellation dieser Festkonzerte nicht gerade das Setting, das junge Orchesterleiter zum Mitreißen des Publikums anregt. mehr…

 

Die Akademie für Alte Musik zeigt das Berliner Beethoven-Netzwerk um 1800
Ein Schmunzeln geht über die Musikergesichter , als Christine Schornsheim auf einem kleinen Original-Hammerflügel von 1812 ein Rondeau-Thema des Prinzen Louis Ferdinand von Preußen anstimmt. Nun ja, Louis Ferdinand mag von seinem Günstling Beethoven gepriesen worden sein… mehr…

 

Magdalena Kožená singt mit rarem Repertoire gegen die Hitlust an
Die Staatsoper im Schillertheater ist genau die richtige Liederbühne für Magdalena Kožená. Über der Klavierbegleitung des Hausherrn Daniel Barenboim umfasst die Sängerin diesen Raum teils glutvoll, teils sanft,… mehr…

 

Wie schlug sich Manfred Honeck bei seinem Philharmoniker-Debüt?
Mich interessierte das nicht so sehr, aber die SWR2-Sendung “Cluster”. Verständlich, denn Honeck war mal Generalmusikdirektor in Stuttgart. mehr…

 

Wie zeigt man Ortlosigkeit? Die Operntruppe Novoflot schafft es – mit Hilfe von Franz Schubert
„Und ich wandle sondermaßen ohne Ruh und suche Ruh.“ Es ist der paradoxe Sinn, der die Form dieser Zeile aus Schuberts Lied „Der Wegweiser“ so merkwürdig ungeschickt, eckig erscheinen lässt… mehr…

 

Kirill Petrenko, der dereinstige Chef der Philharmoniker? Spekulation. Sein Vorweihnachts-Konzert indes war phänomenal.
In der Psalmensymphonie brachte Igor Strawinski seine radikale Anforderung an sich selbst, in Musik nichts auszudrücken, was außerhalb der Töne selbst liegt, zu einer Meisterschaft. Vielleicht ist stilistisch nicht alles anders… mehr…

 

Skrjabin, der Unbekannte – doch gibt es auch den bekannten? Die Pianistin Maria Lettberg trennt beide und fügt sie zusammen
Die schwedische Pianistin Maria Lettberg tourt derzeit durch die deutschen Hallen der Firma Bechstein, um ihre neue CD zu präsentieren: eine Aufnahme von Alexander Skrjabins Werken ohne Opuszahl. Für deutsche Klassikhörer ist dies so etwas wie der zweite Schritt vor dem ersten… mehr…

Jenseits der Repräsentations-Klassik: Ein Nachtkonzert des DSO und ein ausgegrabenes Oratorium in Neukölln
Die Subsysteme der Berliner Klassik sind fast unüberschaubar. Es gibt Musikschulkonzerte, es gibt freie Opernprojekte, es gibt als Verein organisierte Ensembles, es gibt Halböffentliches und Hauskonzerte… mehr…

 

(K)Ein Nebenschauplatz des Festivals “Faithful!”: Eine Karaoke-Matinee mit Neuer Musik in der King Karaoke Bar
Ich musste mir immer schon was einfallen lassen, um öffentliche Peinlichkeiten für mich erträglich zu machen. Eine Karaoke-Matinee in kleinem Kreis ist da eine gute Übung. Maßnahme Nummer Eins: Sich immer sofort freiwillig melden…
mehr…

 

Der neue Intendant der Deutschen Oper wagt einen steilen Einstieg: Lachenmanns “Mädchen mit den Schwefelhölzern”
Von keiner Person in der Berliner Kulturszene wird zur Zeit mehr erwartet als vom neuen Intendanten der Deutschen Oper, Dietmar Schwarz. Das war vom Zeitpunkt seiner Nominierung an so, und die Erwartungen haben sich seither ins Unermessliche gesteigert. Wer als Intendant dieses Hauses… mehr…

 

Franz Schubert und Morton Feldman, ein unzertrennliches Paar? Das Musikfest behauptet das im Konzerthaus
Eines der letzten Ereignisse des diesjährigen, wie gewohnt programmatisch höchst ausgeklügelten Musikfests Berlin war ein Konzert mit Werken von Franz Schubert und Morton Feldman im Konzerthaus. Das sind zwei Komponistennamen, die natürlich den meisten Konzertbesuchern in einem Atemzug einfallen. mehr…

 

Zeitlos, zeitlos schön, aber nicht zeitlos optimistisch: Endlich ist Feldmans “Neither” im Radialsystem zu sehen.
Heute sei ja Freitag der Dreizehnte, sagt die Dame von der Technik beschwichtigend und kündigt ein „kleines technisches Problem“ an, nachdem sie sich einen Weg zwischen den kreisförmig um einen riesigen Würfel angeordneten Stuhlreihen gebahnt hat. mehr…

 

Dafür musste erst Christian Zacharias kommen: Carl Philipp Emanuel Bach bravourös im Konzerthaus
Es ist eine völlig natürliche Selbstsicherheit und lustvolle Munterkeit, die vom Konzerthausorchester unter Christian Zacharias ausgeht. Wenn einer, der als Pianist bekannt geworden ist, auch als Dirigent vor jene Spitzenorchester treten will, … mehr…

 

Besser geht es nicht: Die Philharmoniker fräsen sich durch “Die Walküre”
Wenn die Berliner Philharmoniker in ihrer opernsatten Heimatstadt drei konzertante Aufführungen von Richard Wagners „Walküre“ ansetzen, dann begeben sie sich freiwillig unter einen enormen Druck. Nicht „besser“ müssen sie das vierstündige Musikdrama spielen als Daniel Barenboim… mehr…

 

Großes Hörkino: Simon Rattle bringt die Salzburger “Carmen” der Philharmoniker konzertant in die Philharmonie
Carmen, das rassige Zigeunerweib, das Sex und Freiheit will, und sei es um das Unglück aller Männer, die ihr nicht beides zugleich bieten: Es gibt kaum Aufführungen, in denen Sängerinnen heute ob eines so klischierten Bildes von Georges Bizets Meisterwerk ohne klischiertes Kastagnetten- und Hüftenschwingen auskommen. mehr…

 

Hier mal was völlig Subjektives, Unsachliches, Eitles zu Mahlers 6. Symphonie mit dem RSB im Konzerthaus
Entgegen allem Anschein: Dies hier ist kein Gustav-Mahler-Blog. Wäre das so, könnte sich der Blogger das Leben leicht machen und das Wochenende auf dem Balkon genießen. Denn es gibt doch jetzt angeblich in Amerika dieses Computerprogramm zur Erstellung von Sportreportagen. mehr…

 

Der Vertriebsgigant Omniverse Vision bringt mit skandalöser Unprofessionalität Klassik in deutsche UCI-Kinos
Übertragungen von klassischen Symphoniekonzerten ins normale deutsche Blockbuster-Kino – kann das Publikum anziehen? Die Kinokette UCI hat dies jetzt in Deutschland probiert, mit einem groß aufgezogenen Klassik-Event aus Caracas. Gustavo Dudamel dirigierte dort… mehr…

 

ensemble mini vibriert vor Intensität – mit einer Neufassung von Mahlers Neunter
Es gibt in Mahlers Neunter dieses unerhörte Ende. Die Figur eines Doppelschlags – jene seit musikalischen Urzeiten übliche doppelpunkthafte Verzierung, in welcher ein Auftakt-Ton einmal nach oben und einmal nach unten ausweicht, bevor die Musik… mehr…

 

Christoph Hagel tut, was er kann. Für “Figaro” ist das Bodemuseum aber nicht geeignet
Christoph Hagels bereits für andere Produktionen umgesetzte Idee, das Publikum links und rechts zu Seiten eines erhöhten Laufstegs zu setzen, über welchen die Handlung wirbelt, diese Idee passt gerade für „Figaros Hochzeit“ und gerade für Hagels Konzept für den „Figaro“, ausgesprochen gut.  mehr…

 

Die Stummfilmkonzerte im Babylon wagen ein Experiment mit zwiespältigem Ausgang: Murnaus “Nosferatu” mit Chorbegleitung
Wussten Sie das? Einer der berühmtesten deutschen Streifen, Friedrich Wilhelm Murnaus „Nosferatu“, feierte letzten Donnerstag seinen neunzigsten Geburtstag. Der gewaltige Grusel-Stummfilm erlebte am 15. März 1922 im Berliner Primus-Palast seine Premiere. Und noch mehr konnte am vergangenen Freitag von dem Filmmusiker Stephan Graf von Bothmer erfahren: mehr…

 

Der Rundfunkchor gibt sich als “Orchester der Stimmen” aus – mit genialen Arrangements von Ravel, Debussy, Mahler
Der schwäbische Chorleiter Clytus Gottwald, geboren 1925, hat es sich zu seiner Lebensaufgabe gemacht, den gemischten Chören der Gegenwart ein ähnliches Repertoire zu erschaffen wie jenes, über das Symphonieorchester verfügen – ein Repertoire, das auch von der musikalischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts profitieren, sich an ihr abarbeiten darf. mehr…

 

Gelungen, aber zu glatt gestriegelt: “Das bronzene Pferd” von Auber an der Komischen Oper
Die Opern François Aubers gehören zu jenen feinen Verästelungen des Opernrepertoires, die heute aus dem kollektiven Gedächtnis zumindest der deutschen Opernbesucher und auch der Berliner Opernmacher nahezu verschwunden sind. Derzeit erlebt jedoch das Genre der Operette in deutschsprachigen Musiktheatern ungeheuren Aufwind… mehr…

 

Christian Thielemann kann die Philharmoniker mit französischem Repertoire nicht so richtig vom Hocker hauen
Merkwürdig, wie spurlos dieser Abend an mir vorüberzieht. Das Programm ist facettenreich und nicht uninteressant, und doch findet meine Aufmerksamkeit im Spiel der Philharmoniker unter Christian Thielemann keinen Halt. Was habe ich erwartet? mehr…

 

Skandal! Christof Loy schafft mit “Jenufa” eine zugleich intelligente wie unauffällige Inszenierung an der Deutschen Oper
Der heitere Charakter des Schlussbeifalls, das völlige Fehlen von Buhs, überhaupt die positive, sachliche Gestimmtheit des Publikums – all das weckt berechtigte Hoffnungen auf eine neue Rolle der Deutschen Oper in der Berliner Musiktheaterlandschaft. mehr…

 

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